Bioidentische Hormone: Progesteron

Von: Beatrix Deuker

Progesteron: Das vergessene Hormon

Was sind bioidentische Hormone?

Wenn Frauen im hormonellen Gleichgewicht sind, fühlen sie sich wohl. Dafür ist in erster Linie das Zusammenspiel von Östrogen und Progesteron (Gelbkörperhormon) wichtig. Beide stehen im Zyklus einer Frau an unterschiedlichen Zeitpunkten im bestimmten Verhältnis zueinander.

Östrogen ist das Hormon der ersten Zyklushälfte, Progesteron ist hier kaum vorhanden. Es wird erst während des Eisprunges vom Eierstock gebildet.

Östrogene bauen die Gebärmutterschleimhaut zum Einnisten des Eies auf und fördern die Reifung des Eies, um es zum Eisprung vorzubereiten. Es bindet aber auch Wasser im Körper, wodurch z.B. Brustspannungen entstehen können.

Progesteron kommt in der Zeit nach dem Eisprung zum Einsatz. Es fördert den Schlaf, wirkt der Wasser einlagernden Wirkung des Östrogens entgegen und bereitet die vom Östrogen aufgebaute Schleimhaut auf die mögliche Einnistung eines Eies vor. Daher rührt der Name: Pro = für, Gesteron = Schwangerschaft, also „Für die Schwangerschaft“.

Außerdem hat das Progesteron noch weitere Wirkungen, die teilweise den ganzen Körper und auch die Psyche betreffen.

  • Auslösung der Menstruationsblutung
  • Schutz vor Brust-Knötchen
  • Schutz vor Gebärmutterschleimhaut-Krebs
  • Förderung einer guten Stimmung (antidepressiv)
  • Stärkung der Aktivität
  • Stärkung der Libido
  • Stärkung des Immunsystems
  • Erhöhung der Sauerstoffmenge in den Körperzellen
  • Abbau von Fett zur Energienutzung
  • Förderung des Knochenaufbaus
  • Förderung der Harnproduktion und Ausscheidung
  • Regulierung des Blutzuckerspiegels
  • Unterstützung der Schilddrüsenhormone
  • Regulierung des Zink-Spiegels im Körper
  • Regulierung des Kupfer-Spiegels im Körper
  • Stärkung der Blutgefäße
  • Verringerung von Bluthochdruck

Es ist überwiegend nicht das fehlende Östrogen, das die Beschwerden vor der Regelblutung und am Beginn der Wechseljahre verursacht, sondern der fehlende Mit- und Gegenspieler, das Gelbkörperhormon. Östrogen und Progesteron brauchen sich gegenseitig, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Nur wenn das Gleichgewicht dieser beiden Hormone im weiblichen Körper vorhanden ist, fühlt sich die Frau rundum wohl und leistungsfähig. Schon ab dem 35. Lebensjahr, also der Zeit, in der wir noch Kinder bekommen können, sinkt die Produktion des Hormons Progesteron. Das Östrogen bekommt die Oberhand.

Die Regel kommt stärker, oft in kürzeren Abständen und in den Tagen davor kommt es zu Stimmungsschwankungen, Ängstlichkeit, Kopfschmerzen oder Migräne, Herzstolpern, Energiemangel und Schlafstörungen. Man nennt das „Prämenstruelles Syndrom (PMS). Zudem kommt es zu Gewichtszunahme, vor allem am Bauch und an den Oberschenkeln, man entdeckt die ersten Myome oder bereits vorhandene wachsen. Bei Veranlagung können Besenreiser oder Krampfadern entstehen.

Häufig wird zur Linderung der Beschwerden die Pille rezeptiert, oft nur mit mäßigem Erfolg und mit evtl. Nebenwirkungen wie der Erhöhung des Thromboserisikos.

Das Problem ist, dass alle Welt überwiegend über Östrogene spricht und dem natürlichen Progesteron kaum Beachtung geschenkt wird. In Deutschland gibt es Progesteron als Weichkapseln, die bei oraler Einnahme nur leider 10 % des Wirkstoffes entfalten, der Rest wird über den Magen und Lebertrakt abgebaut. Die vaginale Anwendung ist eine Möglichkeit, aber täglich Vaginaltabletten nehmen ist nicht angenehm. Außerdem ist das Medikament nur zur Therapie der Wechseljahre zugelassen, also nicht für das Prämenstruelle Syndrom. Die Creme, die zu Therapie von Brustschmerzen auf dem Markt existiert, enthält leider nur 1% Progesteron.

Eine Option ist eine 3% Creme, die täglich 1-2-mal auf dünne Hautstellen (Oberschenkel, Arminnenseite) aufgetragen wird.

Der Großteil der Frauen kann damit deutlich besser schlafen, die Brüste sind nicht so schmerzhaft, Wassereinlagerungen sind deutlich weniger und vor allem - die Stimmung ist deutlich besser. Spezielle Apotheken stellen diese Creme her, leider ist der Gebrauch in Deutschland „Off label“, also nicht offiziell zugelassen.

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